PR-Blog: Printmediem im Sinkflug – Konsequenzen für PR-Macher?Kommentare deaktiviert

Sinkende Auflagen verringern Aktionsradius für PR

von Franca Reitzenstein

(25. April 2013) – Schlechte Nachrichten für Zeitungsmacher, aber auch für die PR-Branche. Die aktuelle IVW-Medienanalyse belegt: Alle regionalen Tageszeitungen haben an Print-Auflage verloren und dass obwohl die Verbreitung der E-Paper in der Zählung bereits enthalten ist. Was bedeutet diese Entwicklung für PR-Macher?

Zunächst verkleinert sich die Reichweite und damit sinkt auf lange Sicht auch die Relevanz eines solchen Mediums. Welche Medien kann eine PR-Agentur ihrem Kunden dann noch empfehlen, um die erwünschte Verbreitung zu erreiche? Immer häufiger hören wir in der PR-Beratung von unseren Kunden, Print lohne sich doch gar nicht und schon gar nicht lokal. Beispiel Weser Kurier: Innerhalb eines Jahres verliert der Bremer Weser Kurier 4.134 Käufer. Die Auflage sinkt um 2,5 Prozent. Jetzt drohen Entlassungen im Service und in der Redaktion. Ein Kreislauf nach unten setzt ein. Geht der Personalabbau im redaktionellen Bereich doch fast immer mit Qualitätsverlust einher. Wecken die Themen kein Interesse, wird die Zeitung weniger gekauft. Die Folgen lassen sich erahnen: weniger Käufer, sinkende Auflage, schwächelnde Relevanz.

Als PR-Macher sehen wir diese Entwicklung aus zwei Gründen kritisch: Unsere Dienstleistungen und unser Erfolg beruhen für PR-Kunden darauf, dass ihre Themen in einem relevanten Medium aufgenommen werden. Um in einem Anzeigenblatt zu erscheinen, braucht niemand einen PR-Profi. Also wünschen wir uns starke Redaktionen, auch wenn dadurch unsere Arbeit nicht unbedingt leichter wird. Gleichzeitig sorgen der Qualitätsverlust in den Redaktionen und der dort herrschende Kostendruck dafür, dass beispielsweise Pressetermine kaum noch besetzt werden. Unser Eindruck ist manchmal, wir müssten schon die Bundeskanzlerin haben, damit sich überhaupt ein Redakteur in Bewegung setzt. Und dann kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit doch ein freier Mitarbeiter, Volontär oder Praktikant, der nicht sicher ist, weswegen er eigentlich da ist und wer die Person ist, die da am Rednerpult spricht. Auch das führt beim Kunden zu der Erkenntnis, der Aufwand mit der PR lohne sich doch gar nicht.

Fazit: Für PR-Agenturen wird das Arbeiten schwerer, wenn sich der Abwärtstrend bei den Printmedien fortsetzt. Kunden werden sich mehr und mehr in Richtung Online orientieren.

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